Press, Storytelling
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»Storytelling für Designer« – Gastbeitrag in der Format

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The Cover of this semester's issue of »Format«

Warum es für jeden Designer wichtig ist, eine gute Geschichte zu erzählen – Rückblick auf den Laborwoche-Workshop „Storytelling für Designer“

Für mich war Design immer schon eine Übersetzungsleistung: unsichtbare Dinge sichtbar zu machen, Dinge zu visualisieren, die in der Zukunft liegen, Dinge zu erzählen, die sonst in dieser Welt keiner erzählt. Zuallererst steht immer eine Frage: Der Kommunikationsdesigner fragt „Was ist will ich eigentlich erzählen?“. Der Produktdesigner und der Interaktionsdesigner fragen „Wie spricht das Produkt mit dem Menschen?“.

Landläufig kommen Designer mit dem Thema Storytelling oft erst in Berührung, wenn sie sich dem Ende eines Projekts und damit der „Präsentation“ für die Außenwelt nähern. Wer dabei aber nicht postrationalisieren oder auch sonst einen echten Kaltstart in punkto Storytelling erleben will, dem sei verraten: die Story startet nicht erst, wenn das Projekt zu Ende ist. Die Story war schon da, bevor das Projekt überhaupt angefangen hat, und sie war die ganze Zeit da, während man daran gearbeitet hat. Die Story ist lineares und zu Papier gebrachtes Denken.

Insofern war für mich noch nie wirklich ein Unterschied zwischen dem Bild und dem Wort. Design ist beides. Beides gehört untrennbar zusammen, wenn man eine schlüssige Geschichte erzählen will. Und deswegen sollte jeder Designer nicht nur lesen und sich mit den Inhalten dessen, was er vermitteln will, tief auseinandersetzen. Er sollte es sich auch zur kontinuierlichen Gewohnheit machen, zu Schreiben. 

Leider sind wir, was das Schreiben angeht, sehr durch unsere schulische Erziehung geprägt: Eher mechanisch haben wir Rechtschreibung, Grammatik und Vokabular gelernt. Daher haben wir ständig Angst, Fehler zu machen, fangen sofort an, herumzuformulieren und das perfekte Wort zu finden – statt überhaupt mal eine Skizze der eigenen Gedanken vom Kopf aufs Papier zu bringen. Wir haben gelernt, Dinge in Stichpunkten zusammenzufassen – statt diese Bulletpoints zu einer linearen, überzeugenden Geschichte zu verbinden. Wir haben gelernt, rational zu argumentieren und Facts & Figures zu liefern – statt nach dem „Warum“ zu fragen und dem tieferen Sinn auf den Grund zu gehen.

All diese Themen haben wir in unserem Workshop „Storytelling für Designer“, im Rahmen der Laborwoche der HfG Schwäbisch Gmünd, mit Hilfe schneller Schreibübungen und Vorlesen und viel Diskussion beleuchtet. Erstaunlich war für mich zu sehen, dass sich alle zwölf Teilnehmer sich innerhalb unserer beiden Workshop-Tage exponentiell verbessert haben, und sofort in der Lage waren, eine gute Story zu erzählen, die nicht nur versucht, den Zuhörer zu informieren, sofort ihn sofort am Herzen zu packen und wahrhaft zu überzeugen. To be continued.

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