Good Reads, My Books, Real Places

Neues Format: Reisetagebuch statt Reiseführer

3 min read

 

Wir leben in einer Zeit der Umbrüche, die Dinge sind heute in Bewegung, alle Branchen verändern sich. Auch das Reisen. Und auch die Reisenden haben sich verändert. Es gibt neue, junge Zielgruppen mit hohen Ansprüchen und anderen Bedürfnissen: Eintauchen und teilhaben. Diese neuen Reisenden sind auf der Suche nach Authentizität, wollen das Besondere entdecken. Nicht in einer Parallelwelt, einem Hotel-Elfenbeinturm sitzen, der nur für Touristen gemacht ist. Wir wollen uns wie zu Hause fühlen.

Das Gastgeber-Prinzip

Dem gegenüber steht der manchmal aufgeblasene, abgehobene und in seinen Abläufen standardisierte Hotel- und Reiseapparat der »alten Welt«. Der sich nicht mir anpasst, sondern dem ich mich anpassen muss und der mir seine Strukturen aufstülpt: Ein- und Auscheckzeiten, Mindestaufenthalt und Anschlussbuchung. Für uns Reisende ist das manchmal schwer einzusehen. Egal, ob man auf Geschäftsreise ist oder mit Familie reist. Das ist sicher einer der Gründe für den Erfolg von airbnb, weil die vielen individuellen Anbieter genau das vermitteln: Die Gastgeber-Idee, sehr persönliche Ansprache, viele gute Empfehlungen vor Ort, mehr Platz, mehr Flexibilität. Man findet auch bei Hotels viele, die das Gastgeber-Prinzip verstanden haben und ein neues Erlebnis anbieten, der vom individuell und inspirierend eingerichteten Zimmer bis zum Vorort-Guide mit persönlichen Empfehlungen reicht.

Neue Formate statt alte Reiseführer

Aber auch die Reiseliteratur muss sich neu erfinden: alle Reiseführer sehen mehr oder weniger gleich aus, das Format erscheint eingefahren und ein und demselben Standard zu folgen. Bei den Dumont-Reiseführern sind moderne Tendenzen zu beobachten: die Autoren werden persönlich vorgestellt, schildern eigene Erlebnisse und verraten in der Rubrik »Lieblingsorte« eben jene. Neu gedachte Online-Formate treiben das ganze Prinzip Teilhabe, Insidertipps und persönliche Empfehlungen auf die Spitze. Bei »Nectar and Pulse« beispielsweise wählt man sich eine Stadt und einen »Local Soulmate«, der seine ganz persönliche Auswahl an besonderen Orten zusammenstellt. Diese erhält man als kompakte Box nach Hause geschickt (www.nectarandpulse.com).

Das Experiment »Ich & Jimy«

»Ich & Jimy« ist ein Experiment und vollzieht den Perspektivwechsel um 180°: Reisetagebuch statt Reiseführer, eine Hommage an die alte Goethesche Idee, dass Reisen bildet. Wie trostlos gerade Familien mit Kindern in Standard-Reiseführern abgespeist werden, sieht man daran, dass unter der Rubrik »Kinder und Familie« oft nur die lokalen Indoor-Spielplätze und Amüsierparks aufgelistet werden. Dabei kann man überall fantastische Geschichten entdecken!

Die Reisegeschichten der auch als Reihe denkbaren Ostfriesland-Ausgabe sind alle aus dem echten Leben und in der Form eines Reisetagebuchs aus der Sicht eines Kindes geschrieben. Ganz subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Dafür aber mit besonderen Orten, spannenden Geschichten und Erlebnissen, Ideen für Unternehmungen, vielen Abbildungen und Hintergrundwissen. Reisen zum Nachreisen für Entdecker, die das Besondere und Authentische suchen.

Verlag: BoD, Norderstedt
Taschenbuch, 96 Seiten, 12,99 €.
ISBN 978-3739207247

taschenbuch-899   taschenbuch-1299

Cover_OstfrieslandInnenseiten01 Innenseiten02